Gestern hatte ich die wunderbare Gelegenheit, beim Amici Kongress in Wien über das BaMiKo-Projekt zu sprechen – unter dem Titel „Vom Labor an den Küchentisch“. Es war ein besonderer Moment, um zu zeigen, dass es andere Wege gibt, wissenschaftliche Forschung zu kommunizieren.
Das BaMiKo-Projekt: Wissenschaft zum Anfassen
Das BaMiKo-Projekt (Ballaststoffe, Mikrobiologie & Kochen) ist alles, wofür ich stehe: Wissenschaft für jeden verständlich zu machen. Drei Monate lang war ich an der HBLFA Tirol und habe gemeinsam mit einer Schulklasse gekocht. Zusammen entwickelten wir 32 ballaststoffreiche Rezepte. Nach einem „Ballaststoff-Wettbewerb“, bei dem andere Klassen der Schule unsere Rezepte testeten und bewerteten, wurden sechs Favoriten ausgewählt.
Dieses Projekt entstand direkt aus meiner Doktorarbeit heraus. Während meiner Forschung sah ich die verheerenden Auswirkungen von Ballaststoffmangel auf unsere Darmgesundheit. Als ich erfuhr, dass nur 15% der Menschen genug Ballaststoffe täglich essen, wusste ich: Hier muss sich etwas ändern! So entstand Darm Kram.
BaMiKo ist das erste große Förderprojekt von Darm Kram, bei dem ich Rezepte nutze, um Wissenschaft zu vermitteln. Ein besonderes Highlight war es, Jugendliche und Wissenschaftler durch „React Videos“ zusammenzubringen. Anfangs fanden die Teenager Wissenschaftler „langweilig“ und wollten sie keine Wissenschaftler in den Videos haben. Aber es war mir wichtig, dass das Wissen validiert wird – und wir fanden kreative Wege, diese Brücke zu schlagen.
Alte Freundschaften und neue Erkenntnisse
Besonders schön war es, alte Kolleginnen und Kollegen aus meiner Doktorzeit in Wien wiederzusehen. Es gibt etwas Besonderes daran, vertraute Gesichter zu treffen, die Teil des eigenen wissenschaftlichen Weges waren. Ich bin meinem Professor David Berry zutiefst dankbar dafür, dass er dieses Wissenschaftskommunikationsprojekt mit mir angegangen ist.
Die Reaktion des Publikums war wirklich ermutigend. Viele waren beeindruckt davon, wie ich meine Doktorarbeit praktisch anwende. Das bestärkte mich in etwas, was mir am Herzen liegt: anderen Wissenschaftlern zu zeigen, dass es innovative und effektive Wege gibt, unsere Arbeit zu teilen – jenseits der traditionellen akademischen Kanäle.
Wenn Wissenschaft die Menschen erreicht
Die Zahlen sprechen für sich: Während meine wissenschaftliche Publikation etwas über 4.000 Aufrufe erhielt, erreichten wir durch die nationale Medienberichterstattung des ORF – sowohl im Fernsehen bei Bewusst Gesund als auch in den Printmedien mittels der ORF Nachlese – indirekt über eine halbe Million Menschen. Dieser dramatische Unterschied zeigt genau, warum Wissenschaftskommunikation so wichtig ist.
Veranstaltungen wie diese erinnern mich daran, warum ich mich so leidenschaftlich dafür einsetze, die Brücke zwischen seriöser Forschung und öffentlichem Verständnis zu schlagen. Wenn wir unsere Wissenschaft effektiv kommunizieren, teilen wir nicht nur Wissen – wir zeigen auch ihre Relevanz und ihren Wert für das tägliche Leben.
Die Botschaft ist klar: Wissenschaft gehört nicht nur ins Labor, sondern auch an den Küchentisch, ins Klassenzimmer und in unser aller Leben.



