Mikroben erobern die KinderUni Wien

Am 16. Juli habe ich im Rahmen der diesjährigen KinderUni Wien zwei Workshops zum Thema Mikrobiom gehalten – veranstaltet vom FWF Cluster of Excellence MicroPlant, die mich nach dem ersten österreichischen Mikrobiom-Tag eingeladen haben, dabei zu sein.

 

Mit Kindern zu arbeiten ist für mich jedes Mal ein Privileg – sie sind unglaublich neugierig und offen für alles.

 

Eine Sache erlebe ich dabei immer wieder: Kinder „hassen“ Gemüse – bis sie anfangen, ihre Mikroben zu füttern. Plötzlich ist Gemüse nicht mehr der Feind, sondern eine Herausforderung: Schaffst du alle Farben des Regenbogens? Findest du eine neue Art, ein Gemüse zu probieren? Sind deine Mikroben noch hungrig?

 

Genau darum geht es im Kern: Wenn Kinder echtes Wissen darüber bekommen, wie Ernährung ihre Gesundheit beeinflusst, und das Ganze als Spaß statt als „weil es gesund ist“ vermittelt wird, wollen sie tatsächlich gesünder essen.

 

In den Workshops wurden die Kinder zu Darm-Detektiven. Gemeinsam haben wir erkundet, was Mikroben sind und wovon sie sich ernähren. Die ältere Gruppe musste Rätsel lösen, um fünf geheimnisvolle Mikroben zu identifizieren – am Ende konnte fast jedes Kind alle fünf benennen und erklären, was sie jeweils am liebsten essen.

 

Die Zahlen bestätigen das. Über beide Altersgruppen hinweg:

  • 100 % fanden den Workshop lustig
  • 84 % denken, dass das Mikrobiom eine wichtige Rolle im Alltag spielt
  • Kein einziges Kind wollte seine Mikroben nicht öfter füttern – 75 % sagten Ja, der Rest sagte vielleicht (in der jüngeren Gruppe allein sagten sogar 88 % Ja)

Am meisten beeindruckt hat mich aber nicht die Statistik, sondern die Wortassoziations-Übung am Ende. Die Kinder sollten aufschreiben, woran sie sich vom Workshop erinnern – und notierten Begriffe wie „Akkermansia“, „Bifidobacterium“, „Bacteroides“, „Faecalibacterium prausnitzii“ – Namen, an denen sich viele Erwachsene die Zunge brechen würden, aus dem Gedächtnis aufgeschrieben von 7- bis 12-Jährigen.

 

Wenn wir wollen, dass die nächste Generation ein gesundes Verhältnis zum Essen entwickelt, glaube ich nicht, dass die Antwort mehr Regeln sind. Ich glaube, es ist mehr Neugier. Gib Kindern einen Grund, neugierig auf ihren eigenen Körper zu sein, und den Rest erledigen sie von selbst.

 

Als verwandtes Projekt habe ich diesen Sommer außerdem Anfang Juni einen Kochworkshop für Kinder veranstaltet – ein Video dazu gibt es hier.

 

Vielen Dank an die KinderUni Wien und den FWF Cluster of Excellence MicroPlanet für diese Möglichkeit – ich freue mich schon darauf, das Programm dieses Schuljahr in noch mehr Klassen zu bringen.

 

Wenn du denkst, dass das den Kindern an deiner Schule helfen könnte – oder wenn du als Elternteil möchtest, dass das an die Schule deines Kindes kommt – schreib mir gerne eine Nachricht. Ich freue mich auf den Austausch.

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